#1 Vorstellung Timon von Timnig92 25.07.2021 15:08

Hallo,

Ich heiße Timon bin 28 Jahre alt und komme aus Bergisch Gladbach. Ich war bisher ein ziemlicher Vermeider was das Stottern angeht, was auch an meiner Symptomatik liegt. Ich habe stumme Wortblockaden auf Wörtern die mit Vokalen anfangen und habe das Gefühl ich kriege das Wort gar nicht raus.
Überwiegend sind das Wörter mit A. Ich habe kürzlich den Job gewechselt und wollte mich desensibilisieren, was mir aber sehr schwer fällt mit den anwesenden Kollegen und dem Chef. Vielleicht kann jemand hier ja Tipps geben wie ich die Sache angehen soll. Ich habe die Befürchtung, das es zu Mobbing kommen könnte. Zudem werde ich viel telefonieren müssen, was mir Sorgen bereitet.

#2 RE: Vorstellung Timon von PetraS 26.07.2021 18:47

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Hallo @Timnig92 ,
Zunächst einmal Willkommen hier im Forum.
Ich kann nur sehr begrenzt schreiben, da ich gerade im Urlaub bin.

Wichtig ist, dass du den Kollegen offen erklärst, warum dein Sprechen manchmal hakt oder du (ersatzweise) Wörter benutzt, die vielleicht nicht immer passend scheinen.

Offenheit schafft Verständnis. Die Menschen haben keine Erfahrung, schon gar nicht mit stummen Blocks, bei denen die meisten nicht mal wissen, dass es Stottern ist.

Viel mehr Tipps kannst du bekommen, wenn du im Internet stottern.koeln suchst. Wir haben eine sehr aktive Gruppe, durch die viele Stotternde ungeheuer an Selbstvertrauen gewonnen haben und auf der Arbeit/ im Studium dann viel besser klarkamen.

Am 7.8. steht unsere Gruppe am Ehrenamtstag in der Porzer Innenstadt. Vielleicht kommst du mal vorbei und lässt dir mehr erzählen. Du wirst es nicht bereuen!
Petra

https://stottern.koeln/events/infostand-in-porz-mitte/

#3 RE: Vorstellung Timon von Chiara 28.07.2021 21:43

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Hallo @Timnig92

Vielen Dank für deine Vorstellung.

Ich kann deine Ängste sehr gut nachfühlen. Auch ich hatte (und habe manchmal immer noch) starke und auch teils tonlose Blockaden.

Was mich zunächst interessieren würde:
Du hast den neuen Job gekriegt, was ja schon ein großer Erfolg ist.
Wie lief denn überhaupt das Vorstellungsgespräch ab? Warst du bei dieser Gelegenheit symptomfrei? Wohl eher nicht. Wenn du starke Symptome hattest, so hat das ja zumindest dein zukünftiger Chef mitbekommen. Wie war die Reaktion? Seid ihr drüber hinweggegangen, ohne dass du offen darüber gesprochen hast?

Noch etwas zu mir: Ich habe die meiste Zeit meines Lebens teils extrem stark gestottert. Mittlerweile habe ich es zu einer einigermaßen stabilen Flüssigkeit gebracht. Für mich hatte Corona auch Vorteile. Ich nahm oft an Online-Meetings teil, auch an Treffen der Kölner Gruppe. Die Kölner Gruppe ist herausragend in ihrer Selbsthilfe- und Öffentlichkeitsarbeit. Es wurde gequatscht, wir haben gearbeitet und wir hatten Spaß dabei.
Ich finde es sehr schade, dass ich so weit entfernt wohne (Raum Nordbayern). Ich hätte gern mit den Kölnern, auch in der Van-Riper-Gruppe, weitergearbeitet.

Also ich würde an deiner Stelle die Einladung unbedingt nutzen oder auch danach zu Gruppentreffen vorbeischauen. Ich denke, auch du kannst davon profitieren.

Gruß Chiara

#4 RE: Vorstellung Timon von Timnig92 29.07.2021 18:21

So starke Blockaden habe ich nicht, ich kann das im VG oft verstecken, da denke ich auch nicht so an die Wörter beim reden, zumindest nicht bei der Selbstpräsentation. Das sieht leider im Alltag anders aus, da bin ich ziemlich im Vermeidungsteufelskreis gefangen, den @Torsten Hesse auf seiner Internetseite vorgestellt hat, ich kann der Theorie voll und ganz zustimmen, mir fällt es nur schwer ins spontane Sprechen zu kommen, im alten Job war ich viel im Firmenwagen unterwegs, da muss man sich schon auf fahren konzentrieren, da denkt man nicht so ans reden. Jetzt ist es bei mir leider andersrum. Ich gehe dennoch aber oft langsam in die Wörter rein, und versuche langsam zu sprechen, wie es die Ropana Methode vorsieht.

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